April 25 2016

Alpha & Omega (Nachgedanken)

Vom Schreiben über erste und letzte Sätze habe ich Lust bekommen, mir anzusehen, was ich über die Jahre so an ersten und letzten Sätzen produziert habe. Halbwegs chronologisch aus meinen vollendeten Geschichten rauskopiert, ohne Garantie auf Vollständigkeit. (Ich habe schon ewig vor, meine Geschichtenordner mal neu zu sortieren, weil ich befürchte, dass irgendwann mal eine Geschichte in diesem Chaos untergeht.)

Was mir auffällt:
Ich neige bei meinen letzten Sätzen zu Ellipsen. Oder zu Andeutungen auf zukünftige Ereignisse. Oder beides zusammen. Allerdings bin ich mir recht sicher, dass mir all diese letzten Sätze relativ leicht von der Hand gingen. Bei manchen habe ich nachgeschliffen, andere sind noch immer so, wie ich sie beim ersten Mal niederschrieb.
An den ersten Sätzen dagegen habe ich teilweise richtig lange gefeilt, habe gegrübelt und sie geändert, oder einfach lange genug auf das leere Dokument gestarrt, bis mir endlich ein guter erster Satz einfiel.
Außerdem neige ich zu Wetterbeschreibungen, was mich jetzt nicht sonderlich überrascht. Ich habe allerdings erwartet, mehr wörtliche Rede in der Liste zu finden, oder auch den Namen der Hauptfigur. Offenbar bekommen die Geschichten mit diesen Anfängen nie ein Ende.

Hier also ein kleiner Einblick in Lannas Geschichten-Sammelsurium.

  • Die dreckigen Stoffbahnen des Zeltes hielten die Hitze nicht ab, die sich wie ein Leichentuch über den Lärm und die Stimmen von draußen gelegt hatte.
  • Bis in die Leere. Und wenn es sein musste, auch wieder zurück.
  • Der Himmel floh zum Horizont, wie es vor Tagen schon die Wärme getan hatte.
  • »Wir sind bald da.« Da: der Ort, an den die Drachen geflohen waren. Die letzte Zuflucht.
  • Im dämmrigen Zwielicht des Morgens flüsterten die Blätter – und Degaryn lauschte ihnen.
  • Die Sonnenkrieger würden für Sinnurs Tod bluten. Sie und alle Imperialen, die nach ihnen kamen.
  • Die Sonne war zu schnell untergegangen. Viel zu schnell.
  • Dann ließ er Nefrai los.
  • Vor wenigen Stunden hatte der Mond sich aus der Dunkelheit des Meeres erhoben, um kurz darauf in trägen Wolkenbergen zu versinken.
  • Ein Augenblick wird Ewigkeit.
  • »Unsere Lage ist ausweglos, hoffnungslos – tödlich gar!«
  • Dann schloss der Drache seine Augen und starb.
  • »Verfluchte Scheiße!«
  • Feuerseele sah nicht zurück.
  • Gharan starrte benommen auf den Boden des leeren Bierkruges.
  • Für den Schutz seiner kleinen Familie konnte kein Preis zu hoch sein.
  • Endlose Augenblicke lang hingen die letzten Töne in der Luft.
  • Es gab keine Regeln an diesem Ort – in dieser Zeit; es gab nur den freien Fall.
  • Ein Donnerschlag riss Merle aus dem Schlaf und in die Dunkelheit der Diele.
  • Nie wieder würde sie die anderen Kinder auslachen, wenn sie Angst vor den Schattenmördern hatten.
  • Die ersten Nebelschwaden krochen durch das Schilf, noch bevor die Sonne am dunstigen Horizont versunken war.
  • Seiner Zukunft würde er sich stellen, wenn es soweit war.
  • Wie ein Regen aus goldenen Blättern tanzten Lichtreflexe durch den magischen Fluss.
  • »Willkommen im Licht der Ahnen, Norish aus dem Tidenforst. Mein Freund.«
  • In ehrfürchtiges Schweigen gehüllt beschritt die kleine Prozession den Pfad aus Stein, der wie ein schwarzes Band über das Wasser führte.
  • Für ihn begann ein neues Leben – ohne Briya.
  • Feuer schlugen klaffende Wunden in die Dämmerung und tränkten die Luft mit Rauch und Ruß.
  • Jetzt begann die Jagd.
  • Rücken an Rücken mit ihrem Bruder – am Boden sitzend und an Händen und Füßen gefesselt – starrte Rea in die Nacht, die einfach nicht finster werden wollte.
  • Aber mit Tivo an ihrer Seite gab es nichts, was sie nicht irgendwie überstehen würden. Auch wenn sie sich nicht immer einig waren, wie genau dieses irgendwie auszusehen hatte.
  • Schmerz tröpfelte gemächlich in Nemarisʼ Bewusstsein.
  • Nur die Einsamkeit war ihm ein treuer Freund.
  • »Wir müssen rasten, Lord-Protektor!«
  • Ihr Hunger war erneut gestillt – für eine Weile.
  • Nu’aya saß im Gras und zählte Sterne.
  • Sie würde kämpfen.
  • Es war kalt an jenem Morgen, an dem ich vergebens auf meinen Herzschlag lauschte.
  • Zu Asche habt ihr mich verbrannt – nun seht, was aus der Asche aufersteht.
  • Ein schneller Blick auf die provisorische Karte rief mir den gestrigen Tag in Erinnerung.
  • Der Himmel hing tief, an diesem Novembermorgen. Es regnete.
  • Der Himmel über der Totzone war grün, so wie er überall grün war.
  • »Lass uns gehen, Sternentänzer.«
  • »Feuer einstellen!«
  • Stille legte sich über sie, als das Summen erstarb.
  • Sheas Blick war an die Decke gerichtet, durch die sich langsam Fäule zog.
  • Wie Creon würde sie ein Kind des Winters sein.
  • »Ihr solltet auf Eure Finger achten, Mylady.«
  • Und als sich die Tore Iunhlyrrits vor uns auftaten, schrieb sich die Geschichte Can’ya’nors auf dem Monolithen weiter.

Wenn ich noch weiter zurückgehe, fängt es an, peinlich zu werden, deshalb muss das genügen.




Veröffentlicht25. April 2016 von Lanna in Kategorie "Schreibgedanken

Über den Autor

verträumt, chaotisch, wortverliebt.

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