Juni 22 2016

Unbeschwert schreiben

An manchen Tagen macht es mir einfach nur Spaß, zu schreiben. Es gibt Geschichten auf meiner Festplatte, die ich in einem wahren Schreibrausch verfasst habe, die mich Zeit und Hunger haben vergessen lassen, die aus mir herausgeflossen sind. Solch ein Schreibrausch ist selten und ich kann ihn nicht erzwingen. Ich kann nur auf ihn warten und ihn willkommen heißen, wenn er endlich anklopft.
Einen sehr viel größeren Teil meiner Schreibzeit verbringe ich mit Grübeln, Zweifeln, Verwerfen, Zweifeln, Löschen und Neuschreiben, Zweifeln – weil ich meinen inneren Kritiker nicht abstellen kann. Diese kreischende Stimme des Perfektionismus, die überall Raum für Verbesserung sieht und die nie zufrieden ist.
Unter anderem wegen dieser Stimme befindet sich Kumen-Esh zur Zeit wieder in einer Kälteschlaf-Phase. Aber ich habe mich an ein neues Projekt gewagt:

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Mai 10 2016

Voller Kopf – leeres Blatt

Das größte Problem, das ein Autor (oder ein anderswie kreativ tätiger Mensch) haben kann, ist das Ausbleiben von Ideen. Sollte man meinen.
Natürlich habe ich damit auch hin und wieder meine Schwierigkeiten. Aber was mich oft sehr viel mehr blockiert, sind die Tage, an denen mein Kopf vor Ideen zu platzen droht. Tage, an denen ich morgens mit einer frischen Idee aufstehe, mittags schon eine neue habe und mir abends im Bett dann drei weitere kommen.
Denn mein Problem ist meine Entscheidungsunfreudigkeit.

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Mai 1 2016

Sprich mit mir! (Dialoge)

Ich freue mich (fast) immer, wenn ich Dialoge schreiben kann. Das mache ich gerne und das mache ich – so ich Lesermeinungen Glauben schenken darf – gut. Es macht mir einfach wahnsinnig Spaß, weil ich nicht darüber nachdenken muss. Meine Figuren reißen das Ruder an sich und plaudern (oder streiten) drauf los.
Oft führt es dazu, dass die Art, wie meine Figuren sprechen, zum Teil ihrer Persönlichkeit wird und sich anders herum auch ihre Persönlichkeit in ihrer Art zu sprechen niederschlägt. Beim Schreiben von Dialogen fühle ich mich meinen Charakteren so nah, dass ich einfach weiß, wie sie sich ausdrücken, welches Vokabular und welchen Umgangston sie nutzen und welche Spracheigenheiten sie so haben.

Trotzdem versuche ich hin und wieder zu ergründen, welche Mittel ich wie stark einsetze (vor allem wenn ich doch mal an einer Stelle Probleme habe), oder was mich an einem gelesenen Dialog stört, vielleicht stark genug, um das Buch wegzulegen. Denn (Aus-)Sprache lässt sich nicht immer (einfach) in Schriftform übertragen.

 

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April 25 2016

Alpha & Omega (Nachgedanken)

Vom Schreiben über erste und letzte Sätze habe ich Lust bekommen, mir anzusehen, was ich über die Jahre so an ersten und letzten Sätzen produziert habe. Halbwegs chronologisch aus meinen vollendeten Geschichten rauskopiert, ohne Garantie auf Vollständigkeit. (Ich habe schon ewig vor, meine Geschichtenordner mal neu zu sortieren, weil ich befürchte, dass irgendwann mal eine Geschichte in diesem Chaos untergeht.)

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April 24 2016

Alpha & Omega

Ich hasse es, Anfänge zu schreiben.

Nicht nur bei meinen Geschichten, sondern bei jedem Text, den ich schreibe. Der Anfang muss etwas Besonderes sein, so die allgemeine Überzeugung. Dieser Gedanke im Hinterkopf setzt mich unter Druck und manchmal suche ich tagelang nach dieser Besonderheit, nach dem einen ersten Satz, der dem Leser gar keine andere Wahl lässt, als weiterzulesen. (Was meistens damit endet, dass ich die Geschichte gar nicht erst anfange.)
Oder ich suche nach dem einen Satz, der meinen allerersten Beitrag in meinem allerersten Blog einleiten darf. Er soll spritzig sein, originell, interessant, lustig, tiefgründig, verheißungsvoll … Geworden ist er das nicht, aber damit kann ich leben. Denn ich denke mir:

Das Wichtigste an einem ersten Satz ist, dass du ihn schreibst.

Egal wie schwach er ist, führt er doch zu einem zweiten Satz, zu einem dritten und vierten, bis hin zum Ende. Womit wir bei meinem nächsten Problem wären.

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