Juni 5 2016

(1) Ein Abenteuer beginnt!

Würfelreihe2

Diesen Beitrag wollte ich schon vor zwei Wochen schreiben, als das Präsens im Titel tatsächlich noch die korrekte Zeitform war. Inzwischen wäre wohl „Ein Abenteuer hat begonnen“ angebrachter, aber das klingt nicht halb so schön.

Warum diese Verzögerung? Nun, es geht um Pen&Paper-Rollenspiel, genauer gesagt um Dungeons & Dragons (5. Edition), und mir fällt es recht schwer, halbwegs strukturiert darüber zu schreiben. D&D war eine Zeit lang ein enorm wichtiger Teil meines Lebens und es bedeutet mir unglaublich viel, endlich wieder eine Gruppe zu haben, endlich wieder spielen zu können.
Meine Kreativität fließt deshalb zur Zeit auch hauptsächlich in Weltenbau, Karten und natürlich in die Hintergrund-Geschichte meines Charakters. Aber ich will den Blog nicht so früh schon brachliegen lassen, deshalb versuche ich, das eine mit dem andere zu kombinieren. Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Der Stein kam ins Rollen, als mein Mann und ich Critical Role entdeckten. In der Show trifft sich ein Haufen Synchronsprecher wöchentlich, um D&D zu spielen (dazu gibt es vielleicht auch bald einen ausführlichen Beitrag). Neben einer Menge Talent haben diese Leute auch eine Menge Spaß und das brachte meinen Mann und mich dazu, unsere Rollenspielzeit wirklich, richtig, unglaublich zu vermissen. Wir wollten diesen Spaß auch wieder haben.
Deshalb zog ich eines Tages aus, uns eine Gruppe zu suchen.
(Das war für mich schwieriger, als dieser eine Satz vermuten lässt, aber darum soll es hier nicht gehen, deshalb bleibt es bei der heroisch klingenden Kurzversion.)
Eben diese Gruppe traf sich vor zwei Wochen zu einem ersten Probelauf.
Da wir auf recht unterschiedlichen Erfahrungsleveln in Sachen Rollenspiel und auch in Sachen Regelwerk zu D&D5 sind, wurden die Charaktere in ausführlicher Gemeinschaftsarbeit erstellt.

Die Charaktere
Im Großen und Ganzen sind wir eine ziemliche Wald-und-Wiesen-Gruppe geworden. Zwei Barbaren-Brüder aus dem Volk der Goliath (Halb-Riesen), von denen einer den Weg des Berserkers, der andere den Weg des Totemkriegers einschlagen will, ein menschlicher Waldläufer mit Bogen und eine menschliche Druidin, die für unser Wohlergehen sorgt, ein Barde (ich glaube Halbling, er wird erst in der nächsten Runde zu uns stoßen) und eine halbelfische Schurkin, die ihr bisheriges Leben ausschließlich in der Stadt verbracht hat.

Ria
Charakterbogen kleinDas bin ich. Weil ich einfach nicht von Schurken loskomme. Obwohl ich recht entschlossen war, einen Hexenmeister (Wild Magic, Klassenkombi Schurke  – mehr Chaos geht nicht!), vielleicht auch einen Magier (Nekromant) oder einen Waldläufer (Gnom mit zwei Äxten) zu spielen. Zu Beginn stand auch noch ein Kämpfer (spezialisiert auf Bogen) auf der Liste. Warum es dann doch der Schurke geworden ist? Nun, zum Teil fand ich, dass die Klasse eine sehr gute Ergänzung zu der restlichen Gruppe ist (bissl Tarnen, Täuschen und Stehlen kann ja nie schaden), zum Teil fühle ich mich einfach wohl bei dem Gedanken, einen Schurken zu spielen.
Ich liebe diese Klasse (vor allem mit der 5. Edition, in der ich problemlos den Weg des Arkanen Betrügers beschreiten kann und dadurch sogar ein paar Zauber bekomme!). Ich liebe es, Schlösser knacken zu können, herumzuschleichen, Gegner zu backstabben und ein nicht allzu gesetzestreues Leben zu führen. Im Rollenspiel. Im echten Leben ramme ich niemandem einen Dolch in den Rücken.

Der Einstieg
Unser Abenteuer beginnt in einem winzigen Weiler mitten im Wald, friedliche Heimat des Waldläufers und der Druidin, zufälliger Zwischenstopp auf der Reise der beiden Barbarenbrüder (unsere Bären-Brüder) und eher unfreiwilliger Aufenthaltsort meiner Schurkin. Erstes Highlight für mich: Ich starte auf der anderen Seite der Theke, nämlich als Schankmaid in der kleinen Dorftaverne.Dorf klein
Abgesehen von meinem allerersten Rollenspiel-Charakter, der am Ende eine eigene Taverne besaß, bestehen meine Erfahrungen in solchen Etablissements bisher daraus, den Met, das Wasser, das Essen zu bestellen – und nicht daraus, es zu servieren. Man lernt eben nie aus.

Die erste, herausragende Charaktereigenschaft von Ria, die sich während dieser ersten Minuten in der Taverne entfaltet: Sie ist unglaublich gut darin, Leute, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen, mit neugierigen Fragen zu nerven. Viele meiner Charaktere haben diese Macke und das vertraute Terrain macht es mir leichter, locker zu werden.
In der Gruppe entwickelt sich nach und nach eine gute Dynamik und unser Spielleiter kann uns ohne Probleme zur Mitarbeit bewegen.

Der Quest
Charakterbogen2 kleinDer Dorfhändler Vendran ist nicht aus der Stadt zurückgekommen und zwei Burschen berichten, er sei überfallen, ausgeraubt und erschlagen worden. Bisher hatten die örtlichen Räuber keine Leichen produziert, aber die Straßen sind schon seit einer Weile unsicher, deshalb sehen Waldläufer und Druidin sich in der Pflicht, der Sache auf den Grund zu gehen. Den Bären-Brüdern verklickert meine Schurkin, sie könnten im Stall schlafen, wenn sie als Bezahlung bei diesem Räuberproblem helfen würden. Und Ria selbst … sie wartet auf eine Nachricht von einem Freund, die der Händler aus der Stadt mitbringen sollte.
Wir haben also alle die ein oder andere Motivation und machen uns auf den Weg, den Räubern Manieren beizubringen.

Vertrauensbildende Maßnahmen
Ich glaube, es wäre wirklich lustig geworden, wenn unser Plan funktioniert hätte: Die Druidin lieh sich einen Ochsenkarren, in dem wir die Barbaren-Brüder unter Decken versteckten. Unterwegs zum Ort des Überfalls unterhielten Druidin und Schurkin sich lautstark über die wertvolle Fracht und hofften darauf, die Räuber aus ihren Löchern zu locken. Dann wären die Brüder wie Springteufel hervorgesprungen und hätten alles niedergemacht.
Kampf1Leider waren die Würfel gegen uns und wir erreichten den zerschlagenen Händlerkarren unbehelligt. Deshalb schlugen wir den klassischen Weg ein, ließen unseren Waldläufer von der Leine und folgten ihm, während er den Spuren der Räuber folgte. Kurz vor Ende griff uns ein Rudel Wölfe an, das beinahe einen der Brüder zerlegt hätte. Gute Übung für ihn, denn er soll unser Tank werden – und dank zwei richtig guter Würfelwürfe konnte Ria dem Rest der Gruppe beweisen, dass sie nicht nur eine unglaublich nervige und seltsame Schankmaid ist, sondern auch hilfreich im Kampf.

Jetzt stehen wir vor der Höhle dieser unnatürlich aggressiven Wölfe, dem ersten Dungeon, den wir nächsten Sonntag wohl erkunden werden (und vermutlich das noch fehlende Gruppenmitglied finden).

Die Wartezeit überbrücke ich seitdem in erster Linie mit dem Zeichnen von Karten der Umgebung und der Ortschaften (unser Spielleiter freut sich drüber, dass er das nicht machen muss). Außerdem will ich die Ereignisse als eine Art Tagebuch/Reisebericht aus Rias Sicht festhalten. Davon wird es hier vielleicht hin und wieder auch etwas zu lesen geben.

Alles in allem bin ich sehr froh, die Gruppensuche auf mich genommen zu haben, und hoffe, dass wir es schaffen, regelmäßige Runden zu veranstalten. Noch mag man es dieser bunten Ansammlung von Möchtegern-Helden nicht ansehen, aber irgendwann werden wir die Welt retten!
Oder sowas in der Art.




Veröffentlicht5. Juni 2016 von Lanna in Kategorie "D&D-Abenteuer", "Rollenspiel

Über den Autor

verträumt, chaotisch, wortverliebt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*